Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten in der Ausbildungsphase

für junge Menschen

Es gibt Förderungs- und Finanzierungsmöglichkeiten, die junge Menschen in der Ausbildungsphase unterstützen. Hier einige Informationen dazu... 

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH)

Ziel:

Programm zur Sicherung des Ausbildungserfolges

Zielgruppe:

Auszubildende, die ihr Ausbildungsziel wegen Schwierigkeiten in der Berufsschule eventuell nicht erreichen

Voraussetzungen:

Die Jugendlichen werden in einer abH-Maßnahme drei bis acht Stunden pro Woche bei einem Bildungsträger unterstützt durch:

  • Hilfestellung beim Erlernen von Fachtheorie und -praxis
  • ergänzenden Unterricht zum Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten
  • sozialpädagogische Begleitung

Förderhöhe:

Agentur für Arbeit rechnet die Kosten direkt mit dem Bildungsträger ab

Besonderheiten:

  • abH kann auch in Anspruch genommen werden, wenn die Jugendlichen Probleme während einer Einstiegsqualifizierung haben
  • Agentur für Arbeit übernimmt die Kosten

Antragsstellung:

  • bei der Berufsberatung der örtlichen Arbeitsagentur
  • durch die Jugendlichen oder den Betrieb, falls dieser den Erfolg der Ausbildung gefährdet sieht

.(Flyer)

Informationen zur ausbildungsbegleitende Hilfen in Dithmarschen sind hier zu finden.

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Ziel:

Finanzielle Unterstützung zusätzlich zur Ausbildungsvergütung

Zielgruppe:

  • Auszubildende, die während der Ausbildung nicht mehr bei ihren Eltern wohnen
  • Auszubildende, die vor Ausbildungsbeginn schon in einer eigenen Wohnung lebten
  • Jugendliche mit Behinderung, die bei ihren Eltern wohnen

Voraussetzungen:

  • BAB wird nur bei Erstausbildung in einem staatlich anerkannten dualen Ausbildungsberuf bewilligt
  • ausschlaggebend für eine Bewilligung ist die Höhe der Ausbildungsvergütung und das Einkommen der Eltern; bei Verheirateten das Einkommen der Ehepartnerin oder des Ehepartners
  • zusätzlich gibt es ggf. einen Wohngeldzuschuss der Jobcenter (ARGEn) oder Optionskommunen

Förderhöhe:

  • Höhe wird individuell festgelegt; Kosten wie beispielsweise Miete, Fahrgeld oder Kinderbetreuung fließen mit in die Berechnung ein
  • BAB muss nicht zurückgezahlt werden

Besonderheiten:

BAB deckt die Kosten für Lebensunterhalt, Fahrgeld und Arbeitskleidung während einer dualen Ausbildung ab

Weitere Informationen hier

Berufsausbildungsfördergesetz (BAföG)

Der Staat unterstützt die Ausbildung von Schülerinnen und Schülern sowie von Studenten und versucht, durch das Berufsausbildungsfördergesetz (BAföG) Chancengleichheit herzustellen. Das elternabhängige neue Bafög richtet sich an junge Menschen in der Erstausbildung, die das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Dieses BAföG wird als Vollzuschuss gezahlt, es muss also nicht zurückgezahlt werden. Sie können die BAföG-Ausbildungsförderung beim Amt für Ausbildungsförderung der Stadt- bzw. Kreisverwaltung beantragen.(Flyer)

Umfangreiche Informationen wie Telefonnummern, Adressen und Internetseiten der einzelnen Ämter finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Bildung und Forschung: www.das-neue-bafoeg.de, BAföG-Hotline (gebührenfrei): 0800-2236341,

Ansprechperson in Dithmarschen: Peter Paulsen, Telefon: 0481 - 971 501, E-Mail: peter.paulsen@dithmarschen.de


 

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BVB)

Die in der Regel 10 bis 11 Monate dauernden vollzeitigen Maßnahmen, die von Bildungsträgern im Auftrag der Agentur für Arbeit durchgeführt werden, geben jungen Menschen durch praktische Erfahrungen Einblicke in verschiedene Berufsfelder und vermitteln die Inhalte des ersten Ausbildungsjahres. Die inhaltliche Ausgestaltung einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme durch die Bundesagentur für Arbeit erfolgt anhand des "Fachkonzepts für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen". Die gesetzliche Regelung ist inhaltlich offen - ohne Benennung einer Mindest- oder Höchstförderdauer - gestaltet, sodass bei der Konzeption einzelner Maßnahmen nach dem Fachkonzept der Bundesagentur für Arbeit auch besondere Bedürfnisse und Problemlagen von jungen Menschen aus dem Rechtskreis des SGB II Berücksichtigung finden können.

In einer umfassenden Eignungsanalyse werden vorhandene Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, aber auch schulische, theoretische und praktische Defizite festgestellt. Ein individueller Förderplan legt die einzelnen Schritte zur Aufnahme einer Berufsausbildung fest. Die Teilnehmer/innen besuchen die Berufsschule und den Stütz- und Förderunterricht beim Träger. Berufspraktische Inhalte werden in den Werkstätten des Trägers und durch Praktika bei Arbeitgebern vermittelt. Bildungsbegleiter/innen unterstützen die Teilnehmer/innen kontinuierlich bei allen Problemen der beruflichen Eingliederung. Systematische sozialpädagogische Angebote fördern soziale Kompetenzen und geben Hilfestellung bei persönlichen Schwierigkeiten.

Junge Menschen ohne Schulabschluss können im Rahmen berufsvorbereitender Bildungsmaßnahmen auf den nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses vorbereitet werden. Hierauf besteht ein Rechtsanspruch. Die Regelförderdauer beträgt in diesem Fall 12 Monate. Phasen zum Erlernen berufspraktischer Fähigkeiten und sozialer Qualifikationen werden durch Zeiten theoretischer Wissensvermittlung ergänzt.

Bildungskredit

Zur Unterstützung von jungen Menschen in fortgeschrittenen Ausbildungs- und Studienphasen wird im Rahmen des Bildungskreditprogramms ein zeitlich befristeter, zinsgünstiger Kredit zur Ausbildungsfinanzierung angeboten. Er steht neben oder zusätzlich zu Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Thema Bildungskredit erhalten Sie unter www.bildungskredit.de

Einstiegsqualifizierung (EQ)

Ziel:

Vermittlung von Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz in ein Langzeitpraktikum

Zielgruppe:

unversorgte Jugendliche, die keine Ausbildungsstelle haben oder keine weiterführende Schule besuchen

Voraussetzungen:

  • das Unternehmen eignet sich als Ausbildungsbetrieb (vgl. Kapitel 2.3)
  • die Auszubildenden besuchen die Berufsschule

Förderhöhe:

  • zur Entlohnung der/des Jugendlichen erhält der Betrieb eine monatliche Förderung in Höhe von 216 Euro
  • die Bundesagentur für Arbeit erstattet die Vergütung und die Sozialversicherungsbeiträge

Besonderheiten:

  • Der Betrieb schließt mit der Praktikantin bzw. dem Praktikanten einen EQ-Vertrag ab, der auch die Höhe der Vergütung festlegt.
  • Bestehende betriebliche Tarifverträge, die die Bezahlung eines Praktikums regeln, müssen eingehalten werden. Die Förderhöhe der Agentur für Arbeit beträgt auch dann maximal 216 Euro.
  • Beginn der EQ meistens zum 1. Oktober
  • Laufzeit mindestens sechs und höchstens zwölf Monate
  • mögliche Anerkennung von sechs Monaten des Praktikums auf die Ausbildungszeit

Antragsstellung:

durch den Betrieb beim Arbeitgeber-Service (AGS) der Agentur für Arbeit

Weiter Informationen sind hier zu finden.

Vermittlungsbudget

Aus dem Vermittlungsbudget werden Arbeitsuchende bei der Anbahnung oder Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung (d. h., es werden Beiträge in die Arbeitslosenversicherung entrichtet) gefördert, soweit das notwendig ist.

Das Vermittlungsbudget soll die Anbahnung und Aufnahme eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisses mit einer Arbeitszeit von mindestens 15 Std. wöchentlich sowie eines beruflichen Ausbildungsverhältnisses bei einem Arbeitgeber unterstützen. Die Förderung einer Beschäftigungsaufnahme im Ausland ist nur für EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz möglich.
Aus dem Vermittlungsbudget können Ausbildungssuchende sowie von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitssuchende und Arbeitslose gefördert werden, wenn dieses für die berufliche Eingliederung erforderlich ist.

Die Förderung umfasst die Übernahme der angemessenen Kosten, soweit der Arbeitgeber oder Dritte gleichartige Leistungen nicht oder voraussichtlich nicht erbringen wird.

Zu diesen Leistungen gehören:

  • Bewerbungskosten
  • Mobilitätskosten
  • Kosten für Arbeitsmittel
  • Kosten für Nachweise
  • Kosten zur Unterstützung der Persönlichkeit

Auf diese Leistungen besteht kein Rechtsanspruch. Die Leistungen müssen vor der Arbeitsaufnahme oder dem Eintritt in ein Ausbildungsverhältnis, bzw. vor der Kostenentstehung bei der Agentur für Arbeit oder dem jobcenter beantragt werden.

Ob bzw. in welcher Höhe diese Kosten übernommen werden, wird stets im Rahmen einer individuellen Ermessensentscheidung entschieden.

Wir erheben mit den dargestellten Angeboten keinen Anspruch auf Vollständigkeit.