Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt

Angebotsbeschreibung

Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt Die Idee Für Schülerinnen und Schüler, deren schulische Karrieren auf Grund persönlicher Problemlagen oder gesellschaftlich/familiär bedingter Benachteiligungen von Misserfolgserfahrungen und damit von Schulmüdigkeit und Schulversäumnissen – bis hin zum Schulabsentismus – geprägt sind, bedarf es in besonders intensiver Weise einer Unterstützung, um einen erfolgreichen Einstieg in eine Ausbildung oder berufliche Tätigkeit zu ermöglichen. Ein guter Hauptschulabschluss ist in der Regel die Mindestvoraussetzung für den Einstieg in eine Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf. Das Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt will hier die Chancen von Schülerinnen und Schülern beim Übergang von Schule in Arbeit verbessern. Es geht mittels präventiver, begleitender Angebote insbesondere um die Vermeidung bzw. Senkung von Jugendarbeitslosigkeit und der Reduzierung von Schulabgängern ohne Abschluss. Mit den Handlungsfeldern des Coachings (individuelle, zielgerichtete Unterstützung), der Kompetenzfeststellung, der Berufsfelderprobung (Kennen lernen und Erproben verschiedener Berufsbilder) und an den Berufsschulen zusätzlich der Qualifizierungsbausteine (Teilqualifikation eines Ausbildungsberufes) sollen die Schüler und Schülerinnen frühzeitig auf Ausbildung und Beruf vorbereitet werden. Die Struktur Für die Umsetzung des Handlungskonzeptes ist die BAW Südtondern gGmbH als Projektträgerin mit ihren Umsetzungspartnern, Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk und Jugendaufbauwerk Sylt, in Nordfriesland verantwortlich. Zur Abstimmung der regionalen Inhalte, Neuentwicklung und Vorschlägen zur Verfahrensverbesserung treffen sich regelmäßig alle beteiligten Schulen, die wesentlichen Netzwerkpartner des Berufsbildungssystems, die Agentur für Arbeit wie die an den Schulen tätigen Bildungscoache im Arbeitskreis Handlungskonzept NF. Grundlegende Fragen zur strategischen und finanziellen Ausgestaltung der Arbeit werden unter Vorsitz des Landrates Herrn Harrsen in der Steuerungsgruppe Handlungskonzept diskutiert und entschieden. Der Steuerungsgruppe gehören neben dem Schulamt, der Agentur für Arbeit, der Kreishandwerkerschaft, der Industrie- und Handelskammer, dem Kreis Nordfriesland alle beteiligten Schulen an. Handlungsorte Die Jugendlichen werden gezielt im Übergang zwischen dem Schulabgang aus der allgemein bildenden Schule und dem Eintritt in die berufliche Bildung beziehungsweise der Arbeitswelt erreicht - das beginnt in der Regel in Jahrgangsstufe 8 des Bildungsganges Hauptschule oder Förderzentrum und reicht bis zur Berufseingangsphase an der beruflichen Schule. Handlungsorte sind die „Flexible Übergangsphase“, die Förderzentren und die Berufseingangsklassen. Flexible Übergangsphase Flexible Übergangsphasen können ab der 8. Jahrgangsstufe an Hauptschulen, Regionalschulen und Gemeinschaftsschulen gebildet werden. Sie nehmen Schülerinnen und Schüler mit einem guten Leistungsstand aus Förderzentren auf sowie Hauptschülerinnen und Hauptschüler, deren erfolgreicher Schulabschluss gefährdet ist. Schülerinnen und Schüler der Flexiblen Übergangsphase können die Jahrgangsstufen 8 und 9 individuell in zwei oder drei Jahren durchlaufen mit dem Ziel, den Hauptschulabschluss zu erreichen. Der Unterricht wird ergänzt durch einen hohen Praxisanteil und eine intensive Berufsorientierung auf der Grundlage des schulinternen Curriculums. Potenzialanalyse/Assessment, Berufsfelderprobung und Coaching sind fester Bestandteil der Flexphasen. Förderzentren mit Förderschwerpunkt Lernen Im Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt können auch Förderzentren mit dem Schwerpunkt Lernen teilnehmen. Schülerinnen und Schüler dieser Förderzentren können ab Jahrgangsstufe 8 Potenzialanalyse/Assessment, Berufsfelderprobung und Coaching erhalten. Voraussetzung hierfür ist, dass die Förderzentren ihr Konzept der Berufsorientierung darstellen und über Kooperationspartner im regionalen Netzwerk für Berufsorientierung verfügen. Mit dieser Maßnahme soll erreicht werden, dass die Jugendlichen den Übergang in die berufliche Bildung erfolgreich bewältigen und dort auf eine Berufsausbildung besser vorbereitet werden. Berufseingangsklassen der Berufsschule (BEK) Die Berufseingangsklassen nehmen berufsschulpflichtige Jugendliche auf, die sich nach Verlassen der allgemein bildenden Schule oder Förderzentren in keinem anderen (Aus-)Bildungsgang oder in keiner Bildungsmaßnahme befinden. In der Berufseingangsklasse erhalten die Jugendlichen einen Tag, beim nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses zwei Tage in der Woche Berufsschulunterricht. Darüber hinaus werden sie im Rahmen eines auf Berufsreife und Berufsorientierung ausgerichteten Coaching individuell betreut und beraten und auf den Übergang in Ausbildung oder in andere Bildungsmaßnamen auch durch die Teilnahme an Qualifizierungsbausteinen vorbereitet. Handlungsfelder Um die Ausbildungs- und Berufsreife zu verbessern, bietet das Konzept unterschiedliche Handlungsfelder an. Potenzialanalyse Potenzialanalysen / Assessments helfen im Rahmen der Berufsorientierung, die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern festzustellen, die für eine individuelle Förderung und für eine spätere Ausbildung relevant sind. In Praxissimulationen in unterschiedlichen berufsrelevanten Bereichen erfahren die Schülerinnen und Schüler, in welchen Arbeitssituationen sie zu den besten Ergebnissen gelangen. Darauf basierend und mit weiteren Förderangeboten werden die Jugendlichen befähigt, ein realistisches Bild ihrer beruflichen Möglichkeiten zu entwickeln. Berufsfelderprobung Die Berufsfelderprobung ist ein integraler Bestandteil der durchgeführten Potenzialanalysen oder Assessments. In ausgewählten Berufsfeldern erfahren die Schülerinnen und Schüler komplexe fachliche und methodische Anforderungen. Berufspraktische Fähigkeiten werden ermittelt und berufsfeldbezogene Erfahrungen der Teilnehmenden werden dadurch sichtbar. Die Ergebnisse fließen in den individuellen Förder- oder Lernplan sowie in den Berufswahlpass der Jugendlichen ein. Coaching Jugendliche benötigen in der Phase der Berufsorientierung und des Wechsels in die berufsbildenden Schulen Rat und Unterstützung, um für ihre berufliche Zukunft Entscheidungen zu treffen. Externe sachkompetente Personen (Coaches) überlegen gemeinsam mit den Jugendlichen, wie deren berufliche Zukunft aussehen kann und planen die notwendigen Schritte (Bewerbungstraining, Praktikums- und Ausbildungsplatzakquise, Kontaktherstellung: Berufsberatung / Beratungsstellen / Bildungsträger etc.). Solche fachlichen Interventionen bilden für viele Jugendliche wichtige Bausteine, um zu einer realistischen Einschätzung der eigenen Möglichkeiten zu kommen und die individuell richtigen Entscheidungen zu treffen. Qualifizierungsbausteine Die Teilnahme an zertifizierten, ausbildungsbezogenen Qualifizierungsbausteinen erhöht die Lern- und Leistungsmotivation der Jugendlichen, steigert die Chancen auf betriebliche Ausbildungs- und Arbeitsplätze und reduziert die Zahl der Ausbildungsabbrüche. In einem Qualifizierungsbaustein werden durch die Schülerinnen und Schüler praktische Ausbildungsinhalte gelernt und erprobt. Qualifizierungsbausteine haben einen zeitlichen Umfang von 140 bis maximal 420 Stunden. Die Standorte in Nordfriesland Das Handlungskonzept erreicht in Nordfriesland 380 Schülerinnen und Schüler an den Standorten

  • Gemeinschaftsschule Leck
  • Gemeinschaftschule Bredstedt
  • Regionalschule Niebüll
  • Regionalschle Südtondern
  • Gemeinschaftsschule Husum
  • Förderzentrum Pestalozzischule Husum
  • Förderzentrum Drei-Harden-Schule Niebüll
  • Förderzentrum Frieda-Erichson Schule, Leck
  • Berufsschule Husum und Niebüll

Das Handlungskonzept wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, des Landes Schleswig Holstein, der regionalen Arbeitsagenturen sowie Eigenmitteln der umsetzenden Bildungsträger finanziert.


Ansprechpartner

Hauke Brückner
Telefon: 0461/96950
E-Mail: h.brueckner@baw-suedtondern.de

Hier findet das Angebot statt

Nordsee Akademie
Flensburger Straße 18
25917 Leck
 
Peersweg 20
25899 Niebüll

Infos zum Träger

Anschrift:
BAW Südtondern gGmbH
Peersweg 20
25899 Niebüll
 

weitere Informationen (für Fachkräfte)

Zielgruppe
  • SchülerInnen

Ziele
  • Kompetenzfeststellung
  • individuelle Betreuung und Begleitung im Übergang
  • Berufsberatung
  • Erwerb eines Schulabschlusses während der Schulzeit
  • Praktikum
  • Unterstützung bei der Ausbildungssuche
  • sozialpädagogische Hilfen und/oder psychosoziale Förderung/Stabilisierung

Voraussetzungen
  • Schulabschluss ist gefährdet

Zuweisung / Zugang
  • über Schule

Kosten für Teilnehmer
  • nein

Teilnahmedauer
  • 24 bis 36 Monate

Zertifikat
  • ja

Finanzierung
  • Land Schleswig-Holstein
  • Bundesagentur, ESF

Art des Angebots / Maßnahme
  • befristetes Programm

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