Die Jugendwerkstatt

Angebotsbeschreibung

Jugendwerkstatt nach § 16 SGB II i. V. m. § 45 Abs. SGB III Im Rahmen ihrer Jugendwerkstatt bietet die BAW Südtondern gGmbH mit der JOBbox ein Aktivierungs- und Qualifizierungsprojekt für junge Menschen an. Unter Berücksichtigung unseres pädagogischen Selbstverständnisses (Kompetenzorientierung, Partnerschaftlichkeit, Verbindlichkeit) in Verbindung mit der Zielgruppenbeschreibung ist es nur selbstverständlich, dass wir in der praktischen Umsetzung Jugendwerkstatt einen anderen Weg im Bereich von Aktivierung und beruflicher Eingliederung beschreiten.

Unser Produktionsschulansatz ist dem Prinzip der dänischen Produktionsskolen sowie dem Eckpunktepapier Jugendwerkstattn der Länder Schleswig-Holstein, Mecklenburg Vorpommern und Hamburg wie den Grundprinzipien des Bundesverbandes Jugendwerkstattn verpflichtet.

Wie zunehmend erkennbar, wird die Zielgruppe der benachteiligten jungen Menschen mit multiplen Vermittlungshemmnissen und besonderem, individuellem Förderbedarf vom herkömmlichen berufspädagogischen Instrumentarium nicht mehr erreicht. So scheitert eine progesellschaftliche Persönlichkeitsstabilisierung mit dem Ziel der Integration der jungen Menschen, weil das „individuell richtige, passende Angebot“ vor Ort zum „richtigen Zeitpunkt“ fehlt. Hier schließt die Jugendwerkstatt die Lücke.

Zentraler Aspekt ist die Aktivierung, Stabilisierung und berufliche (Re-)Integration des jungen Menschen durch die Produktion / Herstellung nachgefragter Produkte und Dienstleistungen. Im Mittelpunkt steht hier die Produktion und Dienstleistung als didaktische Methode. In diesem Verlauf kommt dem Lernen im Produktions- und Dienstleistungsprozess als ganzheitliche Aufgabe eine herausragende Bedeutung zu.

Sinngebung und Nutzen kennzeichnen den Arbeitsprozess für den jungen Menschen. Er ist die gelungene Verbindung von theoretischem und praktischem Lernen im und am „Arbeitsplatz Jugendwerkstatt“. Dem antiquierten „Lernen fürs Leben“ steht ein „Lernen im Leben“ gegenüber. Die Produktion ist Mittel zum Zweck. Die Produktionsbereiche orientieren sich einerseits „am Markt“, andererseits berücksichtigen wir die unterschiedlichen Kompetenzen der jungen Menschen. Ergebnis ist eine auf den Bedarf zugeschnittene „bunte, kreative“, sich auch anpassende / verändernde Produkt- und Dienstleistungspalette.

Die Idee Jugendwerkstatt mit ihrer „eigenen Zielgruppe“ (Altersstruktur, Langzeitarbeitslosigkeit, kein Anspruch auf SGB III Förderung, multiple manifestierte Vermittlungshemmnisse, kaum familiäre Anbindung, fehlende berufl. Perspektive etc.) wie „Produktrealisierung“ (Entwicklung und direkte Kundenvermarktung) unterscheidet und grenzt sich von Bisherigem deutlich ab. In Anlehnung an den Grundgedanken der Eigenverantwortung in dänischen Jugendwerkstattn („Ich bin Direktor meines Lebens“) übernimmt der einzelne junge Mensch in seinem, ihren individuellen Rahmen Verantwortung für die Produktion und letztlich für sich selbst. Hierbei steht die Teamorientierung und dem damit verbundenen Gefühl, in einer Gemeinschaft seinen Teil zum Nutzen anderer beizutragen, im Vordergrund.

Die Teilnehmenden entwickeln Selbstvertrauen, stabilisieren sich und stärken ihre Kompetenzen. Sie orientieren sich beruflich, verlieren ihre, ihre Ängste vor dem Neuen und bekommen (wieder) Spaß am Lernen. Ein wichtiges Element bildet dabei, entgegen eines festen Lehrplans, der curriculare Zuschnitt auf den Bedarf des, der Einzelnen und seinen, ihren Möglichkeiten der Umsetzung. Ein individueller Karriereplan hilft die jeweiligen Entwicklungsschritte zu planen und zu reflektieren.

Die pädagogischen Prinzipien der Jugendwerkstatt bieten dem jungen Menschen die Möglichkeit zur Stärkung der eigenen Persönlichkeit und der damit verbundenen Fähigkeit zur Integration in ein gesellschaftliches Umfeld, in dem sie produktiv tätig sind. Das Verhältnis zwischen Teilnehmenden und Werkstattpädagogen ist von gegenseitiger Wertschätzung und Respekt geprägt, ist „Beziehungsarbeit im eigentlichen Sinne“.

Das Arbeiten in der Jugendwerkstatt ist geprägt von betrieblicher Ernsthaftigkeit. Die Produktlinien sind von Nutzen für den Verbraucher gekennzeichnet. Beide sind Grundlage für die positive Entwicklung von Selbständigkeit, Selbstvertrauen und Verantwortungsbewusstsein als wesentliche Voraussetzung für die (Re)Integration in die Arbeitswelt.

Bei aller erwerbswirtschaftlichen Ausrichtung des Produktionsschulgedankens ist die Balance zwischen Ökonomie und Pädagogik zu halten, im Zweifel ist letzterer Vorrang einzuräumen. Wer kann teilnehmen? Das Angebot richet sich an erwerbsfähige junge Menschen unter 25 Jahren aus dem Kundenkreis der Sozialzentren des Kreises Nordfriesland, die aktuell ohne Beschäftigung oder Ausbildung sind.

Maßnahmeeinstieg und Maßnahmedauer

Der Einstieg in die Maßnahmen ist jederzeit möglich. Die Maßnahmedauer liegt zwischen 1 und 12 Monaten und wird individuell mit den Teilnehmenden und dem Fallmanager/ der Fallmanagerin abgestimmt.

Welche Ziele können erreicht werden?

Ziel der Maßnahmen ist es, die Arbeitsmarkt- und Ausbildungschancen der Teilnehmenden zu erhöhen, im Idealfall schließt sich die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung oder Ausbildung an. Dazu sollen folgende im Mittelpunkt stehende Teilzeile gemeinsam erreicht werden:

  • Erwerb grundlegender Arbeitskompetenzen und Schlüsselqualifikationen
  • Training lebenspraktischer Fertigkeiten zur Bewältigung des Alltags
  • Persönlichkeitsförderung
  • Berufswahlentscheidung / Berufswegeplanung
  • Aneignen fachpraktischer und fachtheoretischer Grundlagen

Die Arbeit in dem Produktionsbereich

Die Jugendwerkstatt der BAW Südtondern gGmbH bietet am Markt orientierte Produkte und Dienstleistungen in verschiedenen Bereichen an. Die Produktion erfolgt in unseren betrieblich strukturierten Werkstätten derJOBbox unter Anleitung von qualifizierten Fachkräften. Die Teilnehmenden sind dabei in die Prozesse der Produktentwicklung, Produktherstellung und Produktvermarktung einbezogen. Handlungs- und stärkenorientiertes Arbeiten, Wertschätzung, Beziehungsarbeit, und das Schaffen von Erfolgserlebnissen sind wichtige Grundsätze unserer beruflichen Qualifizierung. In der Maßnahme JOBbox erfolgt die Qualifizierung in den Werkstätten:

  • Holzkleinproduktionen: Als Auftragsarbeit oder als Vorhaltproduktion (Tag der offenen Tür, Basare etc.) werden bspw. Vogelhäuser, Nisthilfen, Kräuterständer etc. hergestellt.
  • social catering: In der Küche wird das Essen für die anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen produziert und Caterings hergestellt und ausgeliefert.
  • Betriebssupport: Es werden Vorarbeiten für regionale mittelständische Betriebe erledigt.

Praktikum

In Betriebspraktika können die Teilnehmenden ihre in der BAW Südtondern gGmbH erlernten Fähig- und Fertigkeiten unter Beweis stellen und die Anforderungen des ersten Arbeits- und Ausbildungsmarktes besser kennen lernen. Bei der Auswahl des „geeigneten Betriebes“, bei der Vorbereitung und während des Praktikums werden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen vom Integrationscoach begleitet.

Der Integrationscoach

Während der Maßnahme werden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen von unserem Integrationscoach begleitet. Er erarbeitet gemeinsam mit den Teilnehmenden einen individuellen Karriereplan, in dem Zielsetzungen, Maßnahmeinhalte und Entwicklungen festgehalten sind und ist koordinierender Ansprechpartner für alle Beteiligten. Der Integrationscoach berät und unterstützt bei der Bewältigung des Alltags und in Krisenfällen / Problemlagen. Maßnahmebegleitend bietet er Bewerbungstraining an. Bei Bedarf steht der Integrationscoach den Teilnehmern und Teilnehmerinnen auch nach dem Übergang in Beschäftigung oder Ausbildung begleitend zur Seite.

Arbeitszeiten / Urlaub Unsere Arbeitszeiten sind montags bis donnerstags 07:45 Uhr bis 17:00; freitags bis 14:15 Uhr. Die Teilnehmenden haben keinen Urlaubsanspruch.


Ansprechpartner

Hauke Brückner
Telefon: 0461/96950
E-Mail: h.brueckner@baw-suedtondern.de

Hier findet das Angebot statt

 
Peersweg 20
25899 Niebüll

Infos zum Träger

Anschrift:
BAW Südtondern gGmbH
Peersweg 20
25899 Niebüll
 

weitere Informationen (für Fachkräfte)

Zielgruppe
  • Arbeitslose und Altbewerber/-innen
  • Berufsschulpflichtige ohne Ausbildungsplatz
  • Jugendliche in einer Übergangsmaßnahme
  • Junge Erwachsene zwischen 19 und 25 Jahren
  • SchülerInnen

Ziele
  • Kompetenzfeststellung
  • individuelle Betreuung und Begleitung im Übergang
  • Erwerb eines (höheren) Schulabschlusses nach der Regelschule
  • Erwerb/Ausbau von Schlüsselqualifikationen und allgemeinen Basiskompetenzen
  • Erwerb/Ausbau von beruflichen Basiskompetenzen
  • Erwerb von Qualifizierungsbausteinen zum Erlangen eines Berufsabschlusses
  • Sprachförderung
  • Praktikum
  • Unterstützung bei der Ausbildungssuche
  • sozialpädagogische Hilfen und/oder psychosoziale Förderung/Stabilisierung
  • Beratung
  • Beschäftigung bzw. Integration in Arbeit

Voraussetzungen
  • allgemeinbildende Schulpflicht ist erfüllt
  • SGB II-Bezug

Berufsfelder
  • Metall und Elektro
  • Bau/Ausbau und Holz
  • Gastgewerbe
  • Hauswirtschaft und Nahrungsmittelherstellung

Zuweisung / Zugang
  • über Jobcenter

Kosten für Teilnehmer
  • nein

Teilnahmedauer
  • bis zu 12 Monate

Zertifikat
  • ja
  • Zertifikat

Rechtsgrundlage
  • SGB II
  • SGB III

Finanzierung
  • Land Schleswig-Holstein
  • Kommune, Bundesagentur

Zurück